Eine Batterie ist eine Knopfzelle, ist ein Akku

Wer kennt ihn nicht den Zuruf: Kannst Du mir Batterien für …. mitbringen? Ganz schnell ist dann „Ja“ gesagt. Doch spätestens wenn man im Laden oder im Internet die riesige Auswahl sieht, denkt man sich: Warum habe ich nicht gefragt welche Batterie überhaupt gebraucht wird? Meine Mutter ist da ein gutes Beispiel, sie sagt: „Bring doch eine flache Batterie für die Uhr mit oder die kleine für die Fernbedienung oder die zum Aufladen“. Jetzt bloß keine Frage dazu stellen, welche Größe gemeint ist, da käme eine harsche Antwort – in der Art – „Woher soll ich das wissen, eine Batterie halt!“.

Was ist überhaupt eine Batterie?

Lese dazu mal den ersten Satz bei Wikipedia unter „Batterie Elektrotechnik“: Mit dem Begriff der elektrischen Batterie wird eine Zusammenschaltung mehrerer gleichartiger galvanischer Zellen bzw. Elemente bezeichnet, als welche zunächst, z. B. in der voltaschen Säule oder Zambonisäule, nur nicht wiederaufladbare sogenannte „Primärzellen“ bzw. „Primärelemente“ zur Verfügung standen . Verstanden? Ich würde es so erklären: Eine Batterie ist die Zusammenschaltung mehrerer Zellen mit einer Ummantelung. Die Batterie gibt es als „einmalige“ oder als „mehrmaligen bzw. wiederaufladbaren“ Stromspender. Jeder hat in seinem Leben mit Batterien zu tun. Denke mal an Deine Akkuzahnbürste, Deinen Wecker, an das Starten Deines Autos oder an Elektro-Autos. Überall, wo Du keine elektrische Leitung zur Verfügung hast, hilfst Du Dir mit Batterien weiter.

In Deutschland sind ca. 1,5 Milliarden Batterien/Akkus pro Jahr im Einsatz. Umweltfreundlich sind Batterien auf keinen Fall, egal ob Du sie nur einmal benutzt (Primärzelle) oder mehrmals auflädst (Sekundärzelle). Um eine elektrochemische Reaktion zu erhalten, bestehen Batterien z.B. aus Blei, Cadmium (ab Dezember 2016 verboten!), Zink, Lithium usw. Aus diesem Grunde dürfen Batterien auf keinen Fall im Hausmüll entsorgt werden. In Deutschland gibt es dafür eine Batterieverordnung.

Das Alphabet der Batterien

Versuchen wir hier mal ein klein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Mit den Buchstaben wird die Bauform der Batterien bezeichnet (auch ANSI-Norm) genannt. Gerade zur winterlichen Zeit wird die Batterie mit einem „A“ (auch LR23 genannt) am meisten gebraucht. Da sie eine Spannung von 12 V besitzt wird sie häufig in Fernbedienungen für Autos, Standheizungen oder Garagentoröffnern eingebaut.

Jetzt kommen wir schon zu der ersten „Standard-Batterie“, die „AA“ (auch LR6 oder Mignon-Batterien genannt). Diese Batterie ist ca. 49 mm hoch und hat einen Durchmesser von 14,5 mm. Du findest sie sehr oft in Wanduhren, Fernbedienungen oder Fernsteuerungen. Wenn Du Kinder mit vielen elektrischen  Spielsachen hast, bist Du mit dieser Batterie sicherlich sehr vertraut.
Die zweite „Standard-Batterie“ ist die „AAA“ (auch LR03 oder Micro-Batterien genannt). Die Bauform ist genau wie bei der „AA“ Batterie, jedoch etwas kürzer (ca.44 mm hoch) und etwas dünner (ca. 10 mm). Auch die Einsatzmöglichkeiten sind fast identisch. Und das ist der Grund, warum man diese beiden Batterietypen des öfteren verwechselt.

Und nun kommen wir zu den „dicken/großen“ Batterien. Als erstes hätten wir da die „C“ (auch LR14 oder Baby-Zellen genannt). Auch diese Batterie ist rund, fast genauso groß wie die Mignon-Batterie, jedoch viel „dicker“, ca. 25-26 mm. Diese Bauart wird häufig in tragbaren Radios, Kassettenrecordern oder Spielzeugen eingesetzt.
Direkt darauf folgt die „D“ ( auch LR20 oder Mono-Zellen genannt). Die runde Bauform ist fast obligatorisch. Sie ist etwas größer als die Baby-Batterie (H=61 mm und Durchmesser ca. 34 mm). Der Einsatzbereich ist gleichzusetzen mit dem der Baby-Batterie. Da die älteren Geräte jedoch mehr Energie benötigten, war diese Batterie z.B. für sogenannte „Ghettoblaster“ Pflicht.

Und zu guter Letzt noch eine Batterie, die zu meiner Jugend bei „Mutproben“ dazu gehörte. Ist die 9V Block voll oder leer? Wir haben dies mit der Zunge ausprobiert. Wenn sie nicht mehr ganz frisch war, hat es nur ein wenig gekribbelt. War sie jedoch voll, dann war das Kribbeln schon sehr stark zu merken, nicht sehr angenehm. Häufig ist diese Bauform noch in Messgeräten, Transistorradios oder Rauchmeldern zu finden.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Wie oft hast Du schon auf Deine Armbanduhr geschaut und dich gewundert, dass die Uhrzeit doch nicht stimmen kann. Dann ist bestimmt die Batterie oder besser gesagt, die Knopfzelle leer. Im Gegensatz zur „normalen“ Batterie hast du hier eine sehr flache Bauform. Ich kann Dir nur raten, die Batterie für Deine Armbanduhr nicht selber zu wechseln, da die meisten Uhren wasserdicht sind und beim Wechsel gerne mal die Dichtung beschädigt wird. Und es wäre schade, wenn Du auf eine Uhr blickst, die einen Kondenskreis unter dem Glas hat.
Ist es Dir auch schon passiert, das Dein Computer die falsche Uhrzeit/Datum anzeigt? Dann ist auch hier die Knopfzelle leer. Diese Batterie sitzt auf dem Mainboard und versorgt so die „interne Uhr“ Deines Rechners. Diese Knopfzelle ist ungefähr so groß wie ein Kleidungsknopf. Auch Taschenrechner und Laserpointer werden gerne mit Knopfzellen betrieben, alleine schon auf Grund der kleinen Bauform.

Die wiederaufladbare „Batterie“

Ja, richtig gelesen, es gibt die wiederaufladbare Batterie. Zumindestens im technischen Sinne, denn eigentlich ist es ein „Akkumulator“, also ein Akku. Im Wandel des Sprachgebrauchs hat sich Batterie für „einmalige Energiespeicher“ durchgesetzt, während sich für wiederaufladbare elektrochemische Energiespeicher „Akku“ durchgesetzt hat. Und fast alle Batterien, die es gibt, gibt es auch als Akkus. Die Frage ist jedoch, wofür brauche ich meine Batterie und lohnt sich dann die Anschaffung von Akkus? Ich habe z.B. in meinen Fernbedienungen zu Hause nur „normale“ Batterien, die halten locker mal 1-2 Jahre. Da macht es für mich keinen Sinn, dafür Akkus zu nehmen (höherer Anschaffungspreis und Ladegerät!). Sinn macht es, wenn die Batterie hohen Anforderungen ausgesetzt ist wie z.B. im Modellbau, Funkmäuse für Gamer (wenn Sie im Dauereinsatz sind) oder Funktelefone.

Vielleicht solltest Du wissen, das Akkus „nur“ eine Nennspannung von 1,2 Volt besitzen. Und einige ältere Geräte benötigen, zum einwandfreien Betrieb, eine Spannung von 1,5 Volt wie z.B. analoge Kameras oder Blutdruckmessgeräte.

Vor- und Nachteile von Batterie und Akku

Für mein Blitzgerät vom Fotoapparat habe ich mir Akkus mit 1,5 Volt besorgt. Jedoch habe ich immer noch Mignon-Batterien als Ersatz dabei, denn nicht immer habe ich Platz fürs Ladegerät oder einen Stromanschluss in der Nähe. Im Urlaub machen Akkus für mich auch keinen Sinn, ebenso in meiner Fahrradbeleuchtung. Da ich nicht so oft in der Dunkelheit mit dem Rad unterwegs bin, habe ich immer wieder das Glück, das die Akkus schon zu Anfang leer sind oder aber wenn ich gerade unterwegs bin. Natürlich habe ich immer ein Satz Einmal-Batterien dabei, dafür ist mir dir Fahrerei im Dunklem einfach zu gefährlich. Da sind die Einmal-Batterien klar von Vorteil. Dazu sind sie hitze- und kältebeständiger.

Wenn die Batterien nicht mehr in Deiner Kamera oder Deinem MP3-Player funktionieren, kannst Du sie noch für die Fernbedienung oder die Wanduhr benutzen. Früher hast Du gehört wenn die Batterien in die Knie gegangen sind. Wer kann sich noch daran erinnern, dass der Walkmann angefangen hat zu leiern, wenn die Batterien nicht mehr ganz voll waren?

Und wenn Du schon Geld für ein Akku-Ladegerät ausgibst, dann achte darauf, das sich das Gerät bei voller Aufladung der Akkus abschaltet oder aber auf „Erhaltungsladung“ umspringt. So hält Dein Akku erheblich länger.

Hast Du gewußt?:
Für die Herstellung einer Batterie wird etwa 500 Mal so viel Energie aufgewendet wie sie später wieder zurückgibt.

 

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